Botschaften - 1917 Fatima (15 Einträge)


Die drei Seherkinder am 13. Mai 1917

Die drei Seherkinder: Jacinta, Francisco und Lucia nach der Erscheinung

Es war gegen Mittag des 13. Mai 1917. Lucia spielte mit den beiden anderen Kindern auf einer Anhöhe der Senke von Iria. Um der sengenden Hitze zu entkommen, bauten sie sich ein kleines Häuschen aus Ästen und Blättern. Plötzlich vernahmen alle drei einen Blitz. Schnell sammelten sie die Herde ein und wandten sich dem Heimweg zu, ohne auch nur zu prüfen, von wo der Blitz bei heiterem Himmel hätte kommen können. So erreichten sie etwa die Mitte des Abhanges. In der Senke standen viele uralte Steineichen. Plötzlich sahen sie neben sich über der Eiche erneut einen Blitz. Sie schauten nach oben und erblickten eine Frau, ganz in weiss gekleidet, strahlender als die Sonne. Obwohl sie durch die vorausgegangenen Engelserscheinungen strahlende, übernatürliche Wesen schon kannten, schien dieses tausendfach heller und majestätischer zu sein. Überrascht durch diese Wahrnehmung hielten sie an - so nahe beim Licht, dass sie sich noch innerhalb des Lichtkranzes empfanden, der auch sie umgab. Die Frau lächelte die Kinder an und sagte: "Fürchtet euch nicht! Ich tue euch nichts Böses!" Lucia fasste Mut und fragte: "Woher kommen Sie?" "Ich bin vom Himmel", war die Antwort. "Und was wollen Sie von mir?" wollte Lucia weiter wissen. Dann bat die Frau, "in den folgenden sechs Monaten, jeweils am 13., zur selben Stunde, hierher zu kommen"; dann werde sie sagen, wer sie sei und was sie wolle. Lucia richtete weitere Fragen an die Frau: "Komme ich auch in den Himmel? Und Francisco? Und Jacinta?" Die Frau bejahte jedes Mal. Dann fragte sie die Kinder: "Wollt ihr euch Gott darbieten, um alle Leiden zu ertragen, die Er euch schicken wird, zur Sühne für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?"

Gott lässt die Menschen am Schönsten und Grössten teilnehmen: an der Errettung unsterblicher Seelen! Die Kinder, mit dem Sühnegedanken schon recht gut vertraut, schienen auf diese Frage gleichsam gewartet zu haben. Lucia sprach es freudig aus: "Ja, wir wollen es!"
Die Dame nahm ihr freies Angebot an und bestätigte ihnen: "Ihr werdet also viel leiden müssen, aber die Gnade Gottes wird eure Stärke sein!"
Über die nun folgenden Augenblicke der Entzückung lassen wir lieber Lucia selber reden.

"Als sie diese letzten Worte sagte", schreibt Lucia, "öffnete sie zum ersten Mal die Hände und übermittelte uns ein so starkes Licht, wie ein Widerschein, der von ihren Händen ausging; es drang uns in die Brust und bis in die tiefste Tiefe der Seele und liess uns selbst in Gott schauen, der dieses Licht war, viel klarer als wir uns im besten Spiegel sehen können. Durch eine innere Anregung, die uns ebenfalls mitgeteilt wurde, fielen wir nun auf die Knie und wiederholten ganz innerlich: Heiligste Dreifaltigkeit, ich bete Dich an; mein Gott, mein Gott, ich liebe Dich im heiligsten Sakrament! Nach einigen Augenblicken fügte Unsere Liebe Frau hinzu: "Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden der Welt und das Ende des Krieges zu erlangen!"

Die Kinder sahen nun, wie sich die Frau erhob und sich langsam gegen Sonnenaufgang entfernte, bis sie ihren Blicken entschwand. Lucia wird später ihrem Bischof auf die Frage nach ihrem Befinden antworten, dass "die Erscheinungen Unserer Lieben Frau uns weder Angst noch Schrecken einflössten", sie hätten sie nur überrascht. Über die Blitze schreibt sie, dass es sich um "keine eigentlichen Blitze handelte, sondern um einen Widerschein des Lichtes, das sich näherte. Wenn wir dieses Licht sahen, sagten wir manchmal, wir sähen Unsere Liebe Frau kommen; wir konnten aber Unsere Liebe Frau erst vom Licht unterscheiden, wenn sie schon über der Steineiche war." Die Jungfrau Maria sagte bei dieser ihrer ersten Erscheinung in Fatima nichts Neues.

Als sie am 11. Februar 1858 in Lourdes zum ersten Mal erschien, zeigte sie sich als eine Frau von wunderbarer Schönheit, mit einem Antlitz von Milde und Anmut, in einem strahlenden Gewand; über dem Haupt einen Schleier, um die Hüften ein blaues Band und an der Hand der Rosenkranz. Am Sonntag, dem 21. Februar 1858, bat sie Bernadette Soubirous, von einem schmerzvollen Blick begleitet: "Bete für die Sünder!" Schliesslich rief sie am 24. Februar 1858 zur Buße auf und gab am darauf folgenden 1. März der Seherin eine Lehre, die Bernadette tief ins Herz einschloss: Sie solle ihren Rosenkranz stets bei sich tragen.

In Lourdes wollte der Himmel zeigen, wie ernst er es mit dem Menschen - der aus Leib und Seele besteht - meint. Der Leib, als Tempel des Heiligen Geistes 1 Kor 6,19, wird von Gott sehr ernst genommen - und durch ihn die ganze materielle Welt. Es kann dem Schöpfer nicht gleichgültig sein, was mit seiner Schöpfung geschieht!

Fatima ergänzte Lourdes und führte den Gedanken der Sorge Gottes um seine Geschöpfe weiter. Hier wurde durch die Vermittlung der Gottesmutter jene ernste Gefahr beschworen, in die Leib und Seele geraten können, wenn sie sich von ihrem Schöpfer abwenden.

Lourdes und Fatima sagen uns: Gott wünscht einen gesunden Leib und eine Seele, die ewig ihm allein gehört!



Die Visionen von Sr. Lucia

Ich werde wiederkommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu erbitten.

Habe Mitleid mit dem Herzen Deiner Heiligsten Mutter, umgeben von Dornen, mit denen die undankbaren Menschen es ständig durchbohren, ohne dass jemand einen Sühneakt machen wurde, um sie herauszuziehen.

Meine Tochter, schau mein Herz, umgeben von Dornen, mit denen es die
undankbaren Menschen durch ihre Lästerungen und Undankbarkeiten ständig durchbohren. Suche wenigstens du mich zu trösten und teile mit, dass ich verspreche, all jenen in der Todesstunde mit allen Gnaden, die für das Heil ihrer Seelen notwendig sind, beizustehen, die fünf Monate lang jeweils am ersten Samstag beichten, die hl. Kommunion empfangen, einen Rosenkranz beten und mir wahrend 15 Minuten durch Betrachtung der 15 Rosenkranzgeheimnisse Gesellschaft leisten in der Absicht, mir dadurch Sühne zu leisten.

„Es ist wahr, dass deine Oberin allein nichts vermag, aber mit meiner Gnade kann sie alles.“

„Ja, es kann sogar viel langer sein, vorausgesetzt, dass sie im Stande der Gnade sind, wenn sie mich empfangen, und dass sie die Absicht haben, dem Unbefleckten Herzen Sühne zu leisten."

„Mein Jesus, und wenn jemand vergisst, diese Meinung zu erwecken?" Jesus gab ihr zu verstehen: "Das können sie bei der nächstfolgenden Beichte tun, sofern sie die erste Gelegenheit ausnutzen, die sie zur Beichte haben."

„Meine Tochter, der Grund ist einfach: Es geht um die fünf Arten von Beleidigungen und Lästerungen, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens begangen werden:
- die Lästerungen gegen die Unbefleckte Empfängnis,
- gegen ihre Jungfräulichkeit,
- gegen ihre Gottesmutterschaft, zugleich mit der Ablehnung, sie als Mutter der Menschen anzuerkennen;
- jene, die öffentlich versuchen, den Kinderherzen die Gleichgültigkeit, die Verachtung und sogar den Hass gegen diese unbefleckte Mutter einzuflössen;
- jene, die sie direkt in ihren heiligen Bildern verunehren.“



Fatima - Das Dorf Fatima

Das Leben im Dorf Fatima

Die Bewohner des abgelegenen kleinen Ortes kamen mit der Ausswelt wenig in Berührung. Auch gab es kaum eine Möglichkeit, die Schule zu besuchen. so blieb die glaubensfeindliche Atmosphäre der Umwelt unbekannt. Der Sonntag war noch immer der Tag des Herrn, und der Rosenkranz wurde in den Familien täglich gemeinsam gebetet. Vielleicht ging dieses treue Beten des Rosenkranzes auf die Dominikaner zurück, die von dem benachbarten Kloster Batalha aus fast 500 Jahre unter der Bevölkerung gearbeitet haben.

In der Nähe von Fatima, in dem kleinen Weiler Aljustrel, lebten 1917 drei Kinder: Lucia dos Santos - zehn Jahre alt, ihr Vetter Francisco Marto -neun Jahre alt und dessen Schwester Jacinta - sieben Jahre alt. Die Kinder besuchten keine Schule. Lucia hatte bereits mit 7 Jahren die erste Hl. Kommunion empfangen. Sie war gut begabt und besass auch ein ausreichendes religiöses Wissen, das ihr vor allem die Mutter, Maria Rosa, beigebracht hatte. Vom 9. Lebensjahr an musste Lucia die kleine Schafherde hüten. Jacinta und Francisco schlossen sich mit ihren Herden der grösseren Lucia an. Bevor sie am Morgen auf die Weideplätze gingen, beteten sie ein Vaterunser, ein Gegrüsset seist Du Maria und ein Gebet zu ihrem Schutzengel. Nach dem Mittagsbrot beteten sie auf Wunsch der Mutter gemeinsam den Rosenkranz. Erst am Abend kehrten sie wieder heim. Und diese drei einfachen Kinder in einem so abgelegenen Winkel der Welt erwählte Gott, damit Maria durch sie ihre Botschaft an die Welt richten könne.

Die Botschaft von Fatima ist aufs engste verbunden und verwoben mit dem Leben ihrer ersten Boten. Sie wurde uns von ihnen nicht unpersönlich übermittelt wie etwa ein Brief durch den Postboten. Bevor sie in ihrer ganzen Tiefe und Weite an die Öffentlichkeit gelangte, hat sie sich des Lebens der drei Seher, Lucia, Francisco und Jacinta, bemächtigt, hat es umgestaltet und immer tiefer und feiner geprägt. So wurde der Fatimabotschaft, mehr als durch alles andere, durch das Leben der drei Seher der Stempel der Echtheit aufgedrückt, das Siegel Gottes aufgeprägt. Darum wird uns das Bild der drei kleinen Seher durch diese Schrift begleiten.

Wer, was und wie waren sie, als Maria ihnen sichtbar begegnete? Sie waren Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren, echte, frohe, naturverbundene kleine Hirten mit südländischem Temperament. Sie waren fromme, religiöse Kinder, irgendwie schon von der Gnade Gottes in besonderer Weise getroffen das eine mehr, das andere weniger. Aber perfekte Heilige waren sie noch nicht.

Francisco hielt, wie viele Jungen, nicht allzu große Stücke vom Rosenkranz, und die beiden Mädchen versuchten, wenn auch nicht immer, so doch oft, schnell damit fertig zu werden. " Wir tanzten sehr gerne", schreibt Lucia, "und jedes Instrument, das wir die anderen Hirten spielen hörten, reichte aus, uns zum Tanz zu bringen. Obwohl Jacinta klein war (5 Jahre), hatte sie darin ein besonderes Geschick.
Man hatte uns empfohlen, nach dem Vesperbrot den Rosenkranz zu beten, aber weil uns die Zeit zum Spielen zu kurz vorkam, hatten wir eine gute Art herausgefunden, schnell fertig zu werden: Wir liessen die Perlen gleiten und sagten dabei nur: "Ave Maria, Ave Maria, Ave Maria!" Wenn wir am Ende des Geheimnisses angekommen waren, sagten wir mit großer Pause die einfachen Worte: "Vater unser". Und so hatten wir im Nu unseren Rosenkranz gebetet."


LUCIA DOS SANTOS

LUCIA - die "Hauptfigur" der Erscheinungen wurde am 22. März 1907 in Aljustrel, Pfarrei von Fatima, geboren.
Am 17. Juni 1921 trat sie in das Heim von Vilar(Porto) ein, das von
Dorotheenschwestern geführt wurde. Dann ging sie nach Tuy, wo sie Schwester wurde. Sie wurde Schwester Maria Lucia von den Schmerzen genannt. Sie legte ihre zeitlichen Gelübde am 3. Oktober 1928 und die ewigen am 3. Oktober 1934 ab.
Am 25. März 1948 wechselte sie nach Coimbra wo sie in den Karmel der Heiligen Theresia eintrat. Sie nahm den Namen Schwester Maria Lucia vom Unbefleckten Herzen an. Am 31. Mai 1949 legte sie ihre feierlichen Gelübde ab.
Schwester Lucia kam verschiedene Male nach Fatima:
im Mai 1946; am 13. Mai 1967; in 1981, um im Karmel Malarbeiten über die Erscheinungen zu leiten; am 13. Mai 1982 und am 13. Mai 1991.

FRANCISCO MARTO

FRANCISCO wurde am 11. Juni 1908 in Aljustrel geboren. Er starb heiligmässig am 4. April 1919 im Elternhaus. Sehr feinfühlig und kontemplativ verrichtete er all seine Gebete und seine Busse, um "Unseren Hernn zu trösten". Seine sterblichen Überreste waren bis zum 13. März 1952 auf dem Friedhof von Fatima begraben. An diesem Tag wurden sie in die Basilika überführt, wo sich sein Grab auf der rechten Seite befindet.

JACINTA MARTO

JACINTA wurde am 11. März 1910 in Aljustrel geboren. Sie starb heiligmässig nach einer langen und schmerzhaften Krankheit am 20. Februar 1920 im Hospital "Dona Estefania" in Lissabon. Sie opferte alle ihre Leiden für die Bekehrung der Sünder, für den Frieden in der Welt und für den Heiligen Vater auf.

Am 12. September 1935 wurde ihr Leichnam aus dem Familiengrab des Barons von Alvaiàzere in Ourém zum Friedhof von Fatima feierlich überführt und zu den sterblichen Überresten ihres Bruders Francisco gelegt.
Am 1. Mai 1951 fand die Überführung der sterblichen Überreste von Jacinta in das neue Grab in der Basilika in grösster Einfachheit statt. Das Grab befindet sich auf der linken Seite.
Nach den ersten Ermittlungen im Jahre 1945 wurde der Seligsprechungsprozess der Seherkinder von Fatima, Francisco und Jacinta Marto, 1952 eröffnet und 1979 abgeschlossen.
Am 15. Februar 1988 wurden die endgültigen Dokumente dem Heiligen Vater Papst Johannes Paul II und der Kongregation für die Seligsprechungen übergeben. So kann der Heilige Vater die beiden Seherkinder von Fatima seligsprechen.
Inzwischen wurden sie per Dekret vom 13. Mai 1989 von derselben Kongregation für "verehrungswürdig" erklärt. Der letzte Schritt, so hoffen wir, wäre die Heiligsprechung.



Fatima - die drei Geheimnisse von Fatima

Die drei Geheimnisse von Fatima -

Die drei Geheimnisse von Fatima sind jene Teile der Botschaft, die Lucia dos Santos, Jacinta Marto und Francisco Marto am 13. Juli 1917 bei der dritten Marienerscheinung in der Cova da Iria bei Fatima (Portugal) nach ihren Aussagen empfangen haben und 1917 nicht veröffentlichen durften.

1927 soll Lucia in einer Botschaft des Himmels die Erlaubnis zur Offenbarung der ersten beiden Geheimnisse erhalten haben. Diese Niederschrift musste sie auf Anweisung ihres Seelsorgers wieder verbrennen.
Am 31. August 1941 schrieb Lucia nochmals die Geheimnisse auf und übergab den Text dem Bischof von Leiria. Beide Geheimnisse wurden am 13. Mai 1942 veröffentlicht.


Das erste Geheimnis

- die Vision der Hölle -

Unsere Liebe Frau zeigte uns ein grosses Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien. Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgeworfen von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreie, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren liessen. Die Teufel waren gezeichnet durch eine schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheusslichen, unbekannten Tieren, aber auch sie waren durchsichtig und schwarz.


Das zweite Geheimnis

- Ankündigung des Zweiten Weltkriegs und der Bekehrung Russlands -

Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen. Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XI. ein anderer, schlimmerer beginnen. Wenn ihr eine Nacht von einem unbekannten Licht erhellt seht, dann wisst, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass Er die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgungen der Kirche und des Heiligen Vaters bestrafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.


Das dritte Geheimnis

wurde am 26. Juli 2000 von Papst Johannes II bekannt gemacht

Nach den zwei Teilen, die ich schon dargestellt habe, haben wir links von Unserer Lieben Frau etwas oberhalb einen Engel gesehen, der ein Feuerschwert in der linken Hand hielt; es sprühte Funken und Flammen gingen von ihm aus, als sollten sie die Welt anzünden; doch die Flammen verlöschten, als sie mit dem Glanz in Berührung kamen, den Unsere Liebe Frau von ihrer rechten Hand auf ihn ausströmte: den Engel, der mit der rechten Hand auf die Erde zeigte und mit lauter Stimme rief: Buße, Buße, Buße! Und wir sahen in einem ungeheuren Licht, das Gott ist: " etwas, das aussieht wie Personen in einem Spiegel, wenn sie davor vorübergehen" einen in Weiss gekleideten Bischof" wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war". Verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen einen steilen Berg hinaufsteigen, auf dessen Gipfel sich ein grosses Kreuz befand aus rohen Stämmen wie aus Korkeiche mit Rinde. Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine grosse Stadt, die halb zerstört war und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füssen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen. Genauso starben nach und nach die Bischöfe, Priester, Ordensleute und verschiedene weltliche Personen, Männer und Frauen unterschiedlicher Klassen und Positionen. Unter den beiden Armen des Kreuzes waren zwei Engel, ein jeder hatte eine Giesskanne aus Kristall in der Hand. Darin sammelten sie das Blut der Märtyrer auf und tränkten damit die Seelen, die sich Gott näherten.

Lucia schrieb das dritte Geheimnis am 3. Januar 1944 auf. Es wurde dem Bischof von Leiria in einem versiegelten Umschlag übergeben. Am 4. April 1957 kam er in das Geheimarchiv des Vatikan. Lucia hatte aussen auf den Umschlag geschrieben, dass er nicht vor 1960 geöffnet werden dürfe. Aber erst am 26. Juli 2000 wurde der Inhalt von Papst Johannes Paul II. bekannt gemacht. Die Niederschrift der Geheimnisse kommentierte Lucia mit den Worten: Bewusst werde ich nichts auslassen. Möglicherweise
vergesse ich manche Einzelheiten, die aber nicht wichtig sind.

Papst Johannes Paul II. sah im dritten Geheimnis einen Hinweis auf jenes Attentat, das Mehmet Ali Agca am 13. Mai 1981 (am Jahrestag der ersten Marienerscheinung in Fatima) verübt hatte.



Fatima - dritte Erscheinung am 13. Juli 1917

Dritte Erscheinung der Gottesmutter am 13 Juli 1917 in der Cova da Ina

Die Dorfbewohner haben den Ruf der Gottesmutter vernommen. Sie nahmen den Rosenkranz in die Hand und begleiteten diesmal die Seherkinder zur Cova da Iria. An der Steineiche angekommen, sah Lucia bald wieder den ersehnten "Blitz" sich nahen. Auf die erneute Frage, was die Frau von ihr wünsche, erhielt Lucia eine Antwort, die fortan dem Rosenkranz eine unerhörte, bisher unbekannte Dimension verleihen sollte: "Betet weiterhin jeden Tag den Rosenkranz zu Ehren Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz, um den Frieden für die Welt und das Ende des Krieges zu erlangen, denn nur sie allein kann es erreichen!"

Mit diesen ihren Worten stellte sich die Gottesmutter geradezu als Anwältin und Vermittlerin der Gnade des Friedens zwischen Gott und den Menschen hin. Das Mittel dazu ist der tägliche Rosenkranz!

Lucia bat um ein Zeichen. Doch die Gottesmutter verwies sie auf den Oktober; da werde sie ein Wunder vollbringen, damit alle zum Glauben kommen. Mit einer wiederholten Bitte, doch weiterhin täglich den Rosenkranz zu beten, leitete Maria über zu einer Vision, die biblische Glaubensaussagen über das Leben jenseits der erfahrbaren Welt in einer bisher noch nie da gewesenen Weise zu eröffnen. Sie können daher auch nur im Glauben und im Lichte der Aussagen der Heiligen Schrift gesehen
und verstanden, nie hingegen spekulativ oder rational erkannt werden. An dieser wichtigen Stelle des Fatima-Ereignisses angekommen, lassen wir Lucia selbst erklären, was geschah.

Sie sagt: "Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: 0 Jesus, aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens!"
Bei diesen letzten Worten öffnete Sie aufs neue die Hände wie in den zwei vorhergehenden Monaten. Der Strahl schien die Erde zu durchdringen, und wir sahen gleichsam ein Feuermeer und eingetaucht in dieses Feuer die Teufel und die Seelen, als wären sie durchscheinend und schwarz oder bronzefarbig glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, emporgehoben von den Flammen, die aus ihnen selber zusammen mit Rauchwolken hervorbrachen. Sie fielen nach allen Richtungen hernieder, wie Funken bei gewaltigen Bränden, ohne Schwere und Gleichgewicht, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren machten. Die Teufel waren gezeichnet durch die schreckliche und grauenvolle Gestalt von scheusslichen, unbekannten Tieren, aber auch die waren durchsichtig und schwarz. (Ich muss wohl bei diesen Anblick "ai" geschrieen haben, wie die Leute es angeblich hörten.)"

Lucia vermerkt in ihren Aufzeichnungen, dass alle drei Kinder "erschrocken und wie um Hilfe bittend" den Blick zur Gottesmutter erhoben; sie aber fuhr mit sanfter Stimme fort: "Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen in der Welt begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele gerettet werden; wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat Pius XI. ein anderer, schlimmerer Krieg beginnen. Wenn ihr eine Nacht erhellt sehen werdet durch ein unbekanntes Licht, dann wisset, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters strafen wird. Um das zu verhüten, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz und die Sühnekommunion an den ersten Samstagen zu fordern. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren, und es wird Friede sein, wenn nicht, dann wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Verfolgungen der Kirche heraufbeschwören, die Guten werden gemartert werden und der Heilige Vater wird viel zu leiden haben; verschiedene Nationen werden vernichtet werden; am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren.
Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und es wird eine Zeit des Friedens der Welt geschenkt werden. In Portugal wird sich immer das Dogma des Glaubens erhalten. Davon sagt niemand etwas; Francisco könnt ihr es mitteilen.

Wenn ihr den Rosenkranz betet, dann sagt nach jedem Geheimnis:
"O mein Jesus, verzeihe uns unsere Sünden; bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel, besonders jene, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen."

Erneut erhob sich die Erscheinung und verschwand in östlicher Richtung in der Ferne des Firmaments.

Hier muss bemerkt werden, dass Schwester Lucia den Namen von Papst Pius XI. (1922-1939) ihrem Bischof gegenüber ausdrücklich bestätigte. Auf den später erhobenen Einwand, dass der 2. Weltkrieg (1939-1945) erst unter dem Pontifikat Pius XII. begann, antwortete sie, dass die Besetzung Österreichs 1938 als der eigentliche Beginn des Krieges anzusehen sei. Lucia nahm in der Tat an, dass das "aussergewöhnliche" Nordlicht in der Nacht vom 25. auf den 26. Januar 1938 jenes Zeichen Gottes für den Beginn des Krieges war, von dem in der Vision die Rede ist.

Hier haben wir auch den Ansatz für ein späteres Kommen der Gottesmutter in Pontevedra, wo sie am 10. Dezember 1925 die Verehrung ihres Unbefleckten Herzens als Sühne für die Sünden der Menschheit verlangt und dann am 13. Juni 1929 in Tuy, wo Lucia den Auftrag erhält, die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz von der Gesamtkirche zu fordern. Während alle anderen Voraussagungen an die Bedingung der Besserung der Menschen gekoppelt sind, scheint die Aussage: "Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren", bedingungslos zu sein und wird sich mit Sicherheit erfüllen.



Fatima - Erscheinung am 13. Mai 1917

Erste Erscheinung der Gottesmutter in der Cova da Iria

Die Kinder waren auf die Begegnung mit der übernatürlichen Welt gut vorbereitet worden. Sie wussten nun - und nahmen es durchaus sehr ernst, dass sie viel beten und viele Opfer zu bringen haben; dass Gott Sühne verlangt von jenen Menschen, die dazu bereit sind, um die Bekehrung der Sünder zu erlangen und insbesondere für jene Menschen, die Buße und Umkehr nicht mehr ernst nehmen. Sie hatten das Gebet des Engels täglich oft wiederholt. Gott, der Geber alles Guten, senkte seine Liebe in diese kleinen Sühneseelen und machte sie würdig, himmlische Worte zu hören, die den Menschen zur Rettung gegeben wurden und an denen keiner mehr unberührt vorbeigehen kann, ganz gleich, ob er sie zur Kenntnis nimmt oder nicht. Gott steht zu seinem Wort, unabhängig von menschlichem Dafürhalten.



Fatima - fünfte Erscheinung am 13. September 1917

Fünfte Erscheinung der Gottesmutter am 13. September 1917
in der Cova da Iria

Die Kunde von den Erscheinungen in der Cova da Iria verbreitete sich in Windeseile. Zahlreiche Leute, Menschen aus dem Adel und Bauern gleichermassen drängten sich durch die engen Gassen von Aljustrel, wo die Kinder wohnten. Alle wollten mit ihnen sprechen, sie sehen, fragen, um Heiluung bitten. Die atheistischen Gegner warteten auf eine passende Gelegenheit, den von ihnen vermuteten Schwindel aufzudecken, und warnten die Leute vor einem Besuch in der Cova da Iria. Alles nützte nichts. Am 13. September waren, so vorsichtige Schätzungen, 25.000 Personen aus allen Teilen Portugals anwesend, als die Gottesmutter zur gewohnten Mittagszeit sich ankündigte. Lucia beschreibt diesen Morgen in ihren Erinnerungen mit lebhaften Worten, besonders die vielen Kranken und Leidenden, die um Hilfe und Fürsprache baten. "Wenn diese Leute sich vor drei armen Kindern niederwarfen, nur weil ihnen barmherzigerweise die Gnade geschenkt wurde, mit der Gottesmutter zu sprechen, was würden sie erst tun, wenn sie Jesus Christus selbst vor sich sähen?"

Als die Seherkinder an der Steineiche ankamen, betete das Volk schon den Rosenkranz. Die Gottesmutter liess nicht auf sich warten. Nach der üblichen Ankündigung durch einen hellen Lichtschein sahen die Kinder sie über der Steineiche. Sie knieten nieder und vernahmen die Worte:

"Betet weiterhin den Rosenkranz, um das Ende des Krieges zu erlangen."

Zurückkommend auf das Versprechen, im Oktober ein großes Wunder zu wirken, weitete sie die Vorankündigung aus und sagte:
"Im Oktober wird auch Unser Herr kommen, Unsere Liebe Frau von den Schmerzen und vom Karmel und der Heilige Josef mit dem Jesuskind, um die Welt zu segnen. Gott ist mit euren Opfern zufrieden, aber er will nicht, dass ihr mit dem Strick schlaft. Tragt ihn nur tagsüber."

Aus lauter Bußeifer hatten sich die Kinder nämlich einen rauen Strick um den Leib gebunden, damit sie auch dann Opfer bringen könnten, wenn es mal eine Stunde geben sollte, in der sie sonst nichts aufzuopfern hätten. Voller Liebe sah die Gottesmutter auf diese Opferbereitschaft und milderte die selbstauferlegte Härte ab.

Lucia bat die Gottesmutter erneut, wie auch schon bei den vorausgehenden Erscheinungen, um die Heilung "einiger Kranken und eines Taubstummen", was ihr die Gottesmutter auch sofort gewährte, bevor sie sich, im Lichtschein eingehüllt, in Richtung Osten entfernte.







Fatima - Land der Hoffnung

Fatima - Land der Hoffnung

Die Jahre 1916-1917 werden als einige der «dunkelsten» in der Geschichte der europäischen Völker in der Erinnerung bleiben.
Der Erste Weltkrieg hatte seinen Höhepunkt erreicht. Auch Portugal war seit einem Jahr in das blutige Geschehen einbezogen. Seine jungen Männer kämpften an den verschiedenen Fronten, und der Krieg verschlang die knappen Geldmittel des Landes.

Noch grösser aber war die Unsicherheit und Verworrenheit im Innern. Im Oktober 1910 war die Revolution ausgebrochen. Die neuen Machthaber Portugals waren Freimaurer. Welche Ziele sie verfolgten, sagte die Regierung deutlich bei der Verabschiedung des Gesetzes über die Trennung von Kirche und Staat. "Mit diesem Gesetz wird der Katholizismus, der die Hauptursache des jetzigen Zustandes ist, in zwei Generationen vollständig erledigt sein."

Die Beziehungen zum Vatikan wurden abgebrochen und das Kirchenvermögen beschlagnahmt. Noch schlimmer aber war, dass alle katholischen Schulen verboten, die meisten Kirchen geschlossen und die Ordensleute aus dem Land vertrieben wurden. Und wer Priester werden wollte, benötigte dazu die Erlaubnis des Justizministers.

Die mächtigsten Nationen zerfleischten sich auf grausamste Weise in einem Bürgerkrieg, dem Ersten Weltkrieg, der Millionen von Menschenopfern kostete. Im Jahre 1917 brach in Russland die Bolschewistische Revolution aus. Sie hat im Laufe von Jahrzehnten einem grossen Teil der Menschheit die Lehren des Atheismus gebracht, und mit ihnen: Verfolgung der Religionen und die Ablehnung der geistigen Werte der menschlichen Person.

Zur selben Zeit überbrachten der Engel des Friedens und die Jungfräuliche Gottesmutter, die Mutter der Kirche, den drei Hirtenkindern von Fatima/Portugal: eine Botschaft des Friedens, der Hoffnung und der Liebe für alle Menschen.

Von 1911 bis 1926 gab es 20 Aufstände und 34 Regierungen. Dabei wurden die Staatsgüter verschleudert, und die Verschuldung überstieg alle Grenzen. Die Lage schien hoffnungslos.

Im gleichen Jahr 1917 wurden in Russland die Thesen des Kommunistischen Manifestes verwirklicht. Die deutsche Heeresleitung liess Lenin und seine Freunde in einem plombierten Wagen von der Schweiz durch Deutschland fahren und ermöglichte so ihre Rückkehr nach Russland. Am 25. Oktober wurde der gemässigte Ministerpräsident Kerenski gestürzt und die bolschewistische Parole Wirklichkeit: "Alle Macht in die Hände der Sowjets." Auf diesem dunklen Hintergrund erscheint nun der Name Fatima.
Die Bewohner sind in der Mehrzahl kleine Landbauern. Mühsam haben sie in Generationen die vielen Steine auf den Feldern gesammelt und zu Mauern aufgeschichtet. Zwischen den Mauern liegen die kleinen Weizen und Maisfelder, die Oliven und Obstgärten. Die Häuser sind klein und niedrig, die Wände weiss gekalkt, und das Dach ist mit roten Ziegeln gedeckt. Hinter der Wohnung schliesst sich der Schafstall an, und im Garten ist die Zisterne, in der sich das Regenwasser sammelt. Fatima war 1917 eine Landgemeinde mit 40 Weilern und etwa 2500 Einwohnern.

Der Name Fatima ist arabisch und erinnert an die langen Kriege gegen die Sarazenen. Die Geschichte kennt eine Tochter Mohammeds, die Fatima hiess. Die Legende aber erzählt von einer schönen und vornehmen Mohammedanerin, die diesen Namen trug und hier 1158 bei einem Überfall in die Hände der Portugiesen geriet; einer der Ritter warb um ihre Hand, und der König schenkte ihm zur Hochzeit die Stadt Ourem und das umliegende Land. Nach dieser Mohammedanerin soll der Ort benannt sein.



Fatima - sechste Erscheinung am 13. Oktober 1917

Sechste Erscheinung der Gottesmutter am 13. Oktober 1917
in der Cova da Iria

Die Zeit vom 13. September bis zum 13. Oktober war für die Seherkinder sehr bewegt. Sie litten viel unter den täglichen Beleidigungen der Dorfbevölkerung, deren grösster Teil zwar sichtlich neugierig war, jedoch ein sehr ablehnendes bis spöttisches Verhalten an den Tag legte. Der Dorfpriester versuchte eifrig den Kindern und deren Eltern einzureden, dass sie alles zu leugnen hätten, da die Gottesmutter nicht so einfach irgend jemandem erscheine, und erst recht nicht in Fatima, und besonders auch wegen der feindseligen Einstellung der staatlichen Behörden, die das Leben der Kirche auch ohne wunderbare Erscheinungen schon zur Genüge einschränkten und erschwerten. Die Kinder mögen daher im Gehorsam und zum Wohle der Kirche derlei Dinge nicht weiterhin behaupten. Andere wiederum drohten den Kindern, nicht zuletzt der Administrator, der in Aussicht stellte, dass er im Oktober eine Bombe neben den Kindern zünden werde.

Am 13. Oktober regnete es schon frühmorgens in Strömen. Da die Eltern Lucias fürchteten, es könnte doch noch ein "Schwindel" aufgedeckt werden und dies der letzte Tag ihres Lebens sei, munterten sie Lucia auf, zur Heiligen Beichte zu gehen; sie selbst wollten, um ihr Kind zu beschützen, bei der behaupteten Erscheinung in unmittelbarer Nähe sein. Die Kinder arbeiteten sich durch den großen Schlamm, unterstützt von ihren Eltern, zur Steineiche durch. Überall suchten die Menschen den Kindern ihre Bitten mitzugeben:
"Betet für meinen blinden Sohn, für einen Gelähmten, für einen Kranken."

Der Regen schien nicht aufhören zu wollen. Um die Mittagszeit knieten die Kinder nieder, denn sie sahen "ihren Blitz", währenddessen das ganze Volk, es waren schätzungsweise 70.000 Personen zugegen, durchnässt vom Regen und in tiefem Morast stehend, den Rosenkranz betete.
"Was wünschen Sie von mir?" sprach Lucia die Gottesmutter an. "Ich möchte dir sagen, dass hier eine Kapelle zu meiner Ehre gebaut werden soll. Ich bin Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten. Der Krieg geht zu Ende, und die Soldaten werden in Kürze nach Hause zurückkehren." "Ich wollte Sie um vieles bitten: ob Sie einige Kranke heilen und einige Sünder bekehren möchten", fragte Lucia. "Einige ja, andere nicht. Alle aber müssen sich bessern und um die Vergebung ihrer Sünden bitten."
Lucia fügt hier an, dass die Gottesmutter "mit traurigem Ausdruck" sagte: "Man soll den Herrn, unsern Gott, nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist." Die "Frau" hatte ihren Namen genannt: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Hatte sie bisher immer nur von den Kindern verlangt, täglich den Rosenkranz zu beteten, so sprach sie nun alle Christen an: "Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten!" Als Bestätigung der Macht, die sie diesem Gebet zu verleihen gedenkt, sagte sie voraus, dass die Soldaten bald heimkehren werden.

Man mag sich zuweilen fragen, warum den Rosenkranz? Und es mögen auch viele plausiblen Argumente dafür sprechen, im Grunde genommen jedoch bleibt, die Antwort das Geheimnis der Gottesmutter. Viel wichtiger scheint mir an dieser Stelle der Hinweis darauf zu sein, dass es die Mutter Jesu und unsere himmlische Mutter war, die diesen Wunsch äusserte und Grosses durch ihn versprach. Ziemt es sich für uns nicht, den Wunsch einer Mutter, auch wenn alle Hintergründe nicht erhellt sind, zu erfüllen?

Als Dank für ihre Treue öffnete die Gottesmutter vor ihrem Weggang erneut ihre Hände, und ein Strahl, stärker als die Sonne, durchflutete den Ort. Die Kinder sahen sie in gewohnter Weise am östlichen Horizont verschwinden, währenddessen die Anwesenden Augenblicke des höchsten Glücks und zugleich unaussprechlicher Schrecken, das grosse Sonnenwunder, erlebten. Viele Menschen waren schlagartig gesund, Lahme erhoben sich und priesen Gott, Blinde riefen ihre Freude über das zurückgewonnene Augenlicht aus und jene, die die Erscheinungen - und mit ihnen den Glauben des Volkes - bekämpften, schlugen sich reumütig und zum Zeichen ihrer Bekehrung an die Brust.

Avelino de Almeida, ein Reporter, beschreibt in "0 Seculo" den Ablauf der Ereignisse, wie sie von den Anwesenden erlebt wurden. Das ganze Volk in der Cova sah plötzlich ein Lichtbündel wie einen Sonnenball. "Der Stern erinnerte an eine Platte aus mattem Silber. Es war möglich, ohne auch nur
im geringsten geblendet zu werden, in diese "Scheibe" zu schauen. Sie brannte und blendete nicht. Man möchte sagen, dass sich eine Sonnenfinsternis ereigne. Aber siehe! Es löst sich ein kolossaler Schrei, und man hört von den Zuschauern, die sich in der Nähe befanden, wie sie rufen: "Ein Wunder, ein Wunder! Ein Event, ein Event!" "Bleich vor Schrecken, mit entblösstem Haupt, starrte alles in den blauen Himmel; der Feuerball hatte die Wolken durchbrochen und war zu sehen wie eine vibrierende Sonne. "Die Sonne machte schroffe Bewegungen, wie sie bisher niemals zu beobachten waren, ganz gegen alle kosmischen Gesetze; es löste sich auch aus dem Mund einiger der typische Ausdruck: "Die Sonne tanzte."

Vom Vater Lucias sind die Worte überliefert: "Alle hatten die Augen zum Himmel erhoben, als die Sonne still stand, und danach zu tanzen begann. Sie blieb stehen, um nochmals zu tanzen, bis sie sich ganz vom Himmel zu lösen und auf uns hernieder zu fallen schien wie ein riesiges Feuerrad. Es war ein schrecklicher Augenblick. Viele schrien: "0 weh, wir sterben alle! Unsere Liebe Frau, hilf uns!" Es gab Leute, die laut ihre Sünden bekannten. Schliesslich blieb die Sonne auf ihrem gewohnten Platz stehen."
Erst als das Ereignis vorbei war, bemerkten die Menschen, dass ihre völlig durchnässten Kleider plötzlich trocken waren.

Die Seher selbst bemerkten kaum etwas von dem, was um sie herum geschah. Noch schauten sie der im Horizont verschwindenden Lichtflut nach, als ihnen plötzlich weitere Schauungen zuteil wurden. Lucia beschreibt das Folgende mit sehr einfachen, schlichten Worten als ein unvergessliches, eindrückliches Erlebnis und bemerkt dazu, dass sie, um alles richtig zu beschreiben, keine passenden menschlichen Worte fände.

Der heilige Josef segnet die Welt mit dem Jesuskind auf seinen Armen.

"Nachdem Unsere Liebe Frau in der unendlichen Ferne des Firmaments verschwunden war, sahen wir dann zur Seite der Sonne den Heiligen Josef mit dem Jesuskind und Unsere Liebe Frau in weiss gekleidet mit einem blauen Mantel. Der Heilige Josef mit dem Jesuskind schien die Welt mit einer Handbewegung in Kreuzesform zu segnen. Kurz darauf verschwand die Erscheinung."

Die Gottesmutter hatte schon in der Erscheinung vom September angedeutet, dass sie im Oktober nicht allein kommen werde. Als erstes sah Lucia den Heiligen Josef, der seinen Segen der Welt spendet. Dies darf als Hinweis gewertet werden, dass die Familie in dem eben begonnenen Jahrhundert schwerwiegenden Belastungsproben ausgesetzt sein werde. Fatima zeigt hier einen Weg auf, wie die Familien aus der Krise kommen können:
Die demütige Bescheidenheit, mit der der Heiligen Josef seinerzeit den Willen Gottes ohne grosse Nachforschungen erfüllte, ist, bei näherem Hinsehen, genau der Gegenpol jenes Familienbildes, in dem jeder nur auf seine Freiheit, seine zu erreichenden Ziele, seine Ideale pocht und vielfach Partner und Kinder auf der Strecke - von Streit, Zwietracht und Auseinandergehen - bleiben. Der Heilige Josef hat unserer heutigen Welt, gerade im Hinblick auf die Familie, einiges zu sagen!

Entsprang wohl der grosse Wunsch Lucias, einmal Karmelitin zu werden, dieser Vision? Hier wird vorausgesetzt, dass der Leser über die
Segnungen des Karmel-Skapuliers bestens Bescheid weiss, ist es doch in den letzten Jahrzehnten gerade Schwester Lucia gewesen, die bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit aus der Verborgenheit des Karmelklosters heraus mit Nachdruck die Seelsorger daran erinnerte, das Karmel-Skapulier zahlreich den Gläubigen aufzuerlegen.



Fatima - vierte Erscheinung am 19. August 1917

Vierte Erscheinung der Gottesmutter am 19. August in den Valinhas

Am Morgen des 13. August lag grosse Spannung über den Elternhäusern von Lucia, Francisco und Jacinta. Schon am Abend vorher kam das Volk aus allen Gegenden Portugals. Man hatte allen Grund dazu, denn schon meldete sich die atheistische Staatsmacht lautstark zu Wort, die im ganzen Geschehen um Fatima nichts anderes als eine Machenschaft der Kirche und des Klerus gegen die Pläne des Staates vermutete. Kurz zuvor hatte man als Staatsziel erklärt, dass in zwei Generationen der Gottesglaube in Portugal zur Gänze ausgerottet sein werde. Konfessionelle Schulen wurden geschlossen, öffentliche Gottesdienste verboten, Klöster aufgehoben. Und jetzt stand diese geballte Macht ratlos vor drei Kindern. Unter dem Vorwand, die Kinder vor dem Ortspfarrer zur Rechenschaft zu ziehen, wurden sie buchstäblich aus der Hand ihrer Eltern entführt und kurzerhand ins Gefängnis der Kreisstadt Ourem geworfen.

Erscheinungsort vom 19. August 1917

Dort verbrachten sie die Zeit zwischen dem 13. und 15. August. Im Gefängnis selber spielten sich ergreifende Szenen ab. Lucia schreibt: "Es war die Abwesenheit der Eltern, die Jacinta am schwersten fiel. Mit tränenüberströmtem Gesicht klagte sie: "Weder deine noch meine Eltern kamen, um uns zu besuchen. Sie haben nichts mehr für uns übrig." - "Weine nicht", sagte Francisco zu ihr, "opfern wir es Jesus für die Sünder auf." Augen und Hände zum Himmel erhoben, sprach er das Aufopferungsgebet:
"0 mein Jesus, es ist aus Liebe zu Dir und für die Bekehrung der Sünder." Jacinta fügte hinzu: "Und auch für den Heiligen Vater und zur Wiedergutmachung der Sünden, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens begangen werden."

Die beiden Kinder Marto wurden im Gefängnis von Lucia getrennt verhört. Als man sie wieder zusammenbrachte, drohte man ihnen, falls sie nicht zugäben, die Erscheinungen seien blosse Sinnestäuschung oder eine erfundene Lüge gewesen, sie bei lebendigem Leib zu braten. Die Kinder nahmen das Wort der Erwachsenen ernst und bereiteten sich darauf vor, bald gebraten zu werden. Jacinta hatte, trotz des Willens, für das Gesehene zu sterben, Tränen in den Augen. Lucia fragte die Kleine, warum sie weine: "Weil wir sterben werden, ohne unsere Väter und Mütter wiedergesehen zu haben", antwortete sie, "ich möchte wenigstens meine Mutter sehen!" Auf die Frage Lucias, ob sie denn nicht wirklich alles für die Bekehrung der Sünder aufopfern möchte, rief sie: "Ich will, ich will!" Und um dies zu bekräftigen, verrichtete sie sofort das Aufopferungsgebet, das sie vor einigen Minuten zusammen mit ihrem Bruder Francisco schon einmal gebetet hatte. Das Verhalten der drei Kinder machte einen gewaltigen Eindruck auf die weiteren Insassen des Gefängnisses; als die Seher den Rosenkranz zu beten begannen, betete so manch ein Insasse aus Rührung und Staunen mit.

Schließlich wurden die Kinder dennoch freigelassen. Die kirchenfeindliche Staatsmacht hatte vor drei kleinen Kindern, die sich nicht scheuten, selbst ihr Leben für ihre Überzeugung zu opfern, kapituliert. Hat Gott diese Verhöre zugelassen, damit wir nachträglich aus dem schriftlichen Zeugnis der Feinde Fatimas wissen, was damals geschah?

So verstrich der 13. August. Die Kinder waren traurig, da sie nicht in die Cova da Iria gehen konnten. Geduldig warteten sie nun auf den 13. September. Doch schon ein paar Tage danach, am 19. August, als die Kinder mit ihren Schafen eine neue Weide aufsuchten, erreichten sie die Stelle, die Valinhos heißt. Lucia bemerkte den "Blitz", den Lichtschein, mit dem die Gottesmutter ihr Kommen ankündigte. Es war wohl ein Dankeschön des Himmels, dass die Gottesmutter sich hier, in Valinhos, den Kindern zeigte und sie erneut bat, täglich den Rosenkranz zu beten für die Bekehrung der Sünder. Dem fügte sie erneut die Ankündigung hinzu, dass sie "im letzten Monat", das heisst bei ihrer letzten Erscheinung, ein Wunder wirken werde, damit alle glauben. Bevor die Gottesmutter verschwand, sprach sie die eindringlichen Worte:

"Betet betet viel und bringt Opfer für die Sünder, denn viele Seelen kommen in die Hölle,weil sich niemand für sie opfert und für sie betet."

Dann erhob sie sich und verschwand, wie gewöhnlich, in Richtung Osten.



Fatima - Weltweite Entscheidungen bahnen sich an

Portugal 1917 - Weltweite Entscheidungen bahnen sich an

Es war im schicksalsträchtigen Jahr 1917. Immer noch wütet der Krieg. Portugal ist seit einem Jahr in das blutige Ringen hineingezogen. Und nun greifen auch noch die USA in den Krieg ein und machen damit ihren ersten Schritt zur heute bedeutendsten militärischen Macht des Westens. Es war am 6. April 1917.

Zwei Tage danach, am 8. April 1917, wird Lenin mit 32 Genossen durch die deutsche Heeresleitung von Zürich nach Russland geschleust. Am 13. April kommt er in Trelleborg (Schweden) an, und im Oktober bricht die Revolution in Russland aus, die dort den Kommunismus zum Siege führt. Damit ist auch für die Sowjets der erste Schritt zur (heutigen) Weltmachtstellung getan.

Vom 13. Mai 1917 bis zum 13. Oktober greift - von der Welt kaum beachtet -eine weitere, ganz andere, Macht sichtbar in die Geschicke der Menschheit ein. Maria erscheint unter Zeichen, die einmalig in der Kirchengeschichte sind, sechsmal in Fatima. Sie verheisst das Ende des 1. Weltkrieges, ruft auf zum Rosenkranzgebet, zum Gebet um den Frieden, und vor allem ruft sie zur Umkehr. Was von ihr sonst noch gesagt wird, bleibt vorerst Geheimnis der Seher.

Vertrauensvoll richteten viele Gläubige Portugals ihren Blick nach Fatima, zur Königin des Friedens.

In der übrigen Welt gehen die Ereignisse unter in den blutigen Materialschlachten, den mörderischen Schützengrabengefechten und den Grossoffensiven des vorletzten Kriegsjahres.

Marienerscheinungen - etwas scheinbar zu Belangloses in diesem gewaltigen, dramatischen Ringen der Völker! Fatima wird und bleibt vorerst nur ein nationaler Wallfahrtsort Portugals.

Erst später, besonders im zweiten Weltkrieg, und mehr noch danach treten die Erscheinungen des Jahres 1917 ins volle Rampenlicht der Geschichte.

Der zweite Weltkrieg hatte viele Menschen aufgerüttelt und für die Botschaft von Fatima, von der noch die Rede sein wird, aufnahmebereit gemacht. Zeitweise schien es so, als ob sich die Welt anschicken wollte, auf sie zu hören. Doch diese Bereitschaft schwand nach und nach dahin.

Mit dem Attentat auf Papst Johannes Paul Il. kam Fatima wieder neu, für kurze Zeit, ins Gespräch. Das Attentat wurde bekanntlich am 13. Mai 1981, an einem Jahrestag der ersten Marienerscheinung von Fatima, verübt - genau zur Stunde, in der die Gottesmutter erschienen war. Bald wurde es wieder still um Fatima.

In der Nacht zum 19. August 1991, einem Jahrestag der vierten dortigen Marienerscheinung, begann in Russland der Putsch der Stalinisten. Am Vorabend des Festes Maria Königin (22.August) erhält die Weltöffentlichkeit die befreiende Nachricht von der Niederschlagung des Putsches. Sie war Jelzin gelungen mit Hilfe eines Senders, den ihm die Ostpriesterhilfe, dank wunderbarer göttlicher Fügung, zur Verfügung stellen konnte.

Aus Dankbarkeit liess Jelzin am darauffolgenden 13. Oktober von 15.00 Fernseh und 35° Radiostationen eine Sendung über Fatima ausstrahlen. Sie fand ein solches Echo, dass sie am 7. November, dem Jahrestag der sowjetischen Oktoberrevolution, wiederholt wurde.



Fatima - zeitlicher Ablauf der Ereignisse in Fatima 1917

Die Ereignisse von 1916 bis 1984

1916:
Drei Engelserscheinungen

1917:
Sechs Erscheinungen der Gottesmutter von Mai bis Oktober Erscheinungskapelle in der Cova da Iria.

13.Okrober 1921:
Es wird die Erlaubnis erteilt, in der neu erbauten Erscheinungskapelle die Heilige Messe zu feiern.

6. März 1922:
Die Erscheinungskapelle wird durch ein Sprengstoffattentat der Gegner Fatimas schwer beschädigt.

1926:
Der Apostolische Nuntius von Portugal kommt aus Lissabon nach Fatima.

1925/26:
Erscheinungen in Pontevedra

1927:
Der Heilige Stuhl genehmigt eine eigene Votivmesse für die Zelebration in der Cova da Iria.

1929: Erscheinungen in Tuy

1930:
Der Bischof von Leiria, Dom Jose, veröffentlicht ein Pastoralschreiben, in dem er die "Verehrung Unserer Lieben Frau in Fatima" offiziell als "glaubwürdig" erklärt:
"Auf Grund der dargelegten Überlegungen und anderer, die wir der Kürze halber weglassen, unter demütiger Anrufung des Heiligen Geistes und im Vertrauen auf den Schutz der heiligsten Jungfrau, nachdem wir die Konsultoren dieser Diözese angehört hatten, halten wir es für gut:

1. die Visionen, die den drei Hirtenkindern in der Cova da Iria auf dem Gebiet der Pfarrei Fatima im Bereich dieser Diözese an den Tagen des 13. Mai und des 13. Oktober 1917 zuteil wurden, als glaubwürdig zu erklären und
2. die Verehrung Unserer Lieben Frau von Fatima offiziell zu gestatten."

1931:
Grosse Pilgerfahrt der Bischöfe Portugals nach Fatima und Weihe Portugals an das Unbefleckte Herz Mariens.

31. Oktober 1942:
Abschluss der 25-Jahrfeier der Erscheinungen. Zu diesem Anlass hält Papst Pius XII. eine Radiobotschaft in portugiesischer Sprache und vollzieht die Weltweihe an das Unbefleckte Herz Mariens.
(Papst Pius XII. wurde am 13. Mai 1917 von Papst Benedikt XV. in Rom zum Bischof geweiht.)

13. Mai 1946:
Ein päpstlicher Gesandter krönt das "Gnadenbild" Uunserer Lieben Frau von Fatima; so sollte "Maria, die Königin des Friedens und der Welt" geehrt werden.

13. Oktober 1951:
Kardinal Tedeschini kommt zum Abschluss der Feierlichkeiten des Heiligen Jahres nach Fatima als Gesandter Papst Pius XII. In seiner Ansprache gibt der Kardinal bekannt, dass der Heilige Vater in den Vatikanischen Gärten ein ähnliches Sonnenwunder gesehen habe, wie es sich am 13. Oktober 1917 in Fatima zugetragen hat.

13. Mai 1956:
Kardinal Roncalli, Patriarch von Venedig, der spätere Papst Johannes XXIII., unternimmt eine Pilgerfahrt nach Fatima.

13. Mai 1967:
50-Jahrfeier der Erscheinungen. Papst Paul VI. zieht als Pilger nach Fatima.

13. Mai 1982:
Papst Johannes Paul II. besucht ein Jahr nach dem Attentat auf dem Petersplatz Fatima und vollzieht die Weltweihe an das Unbefleckte Herz Mariens.

25. Mai 1984:
Papst Johannes Paul II. wiederholt in ROM die Weltweihe von 1982.



Fatima - zweite Erscheinung am 13. Juni 1917

zweite Erscheinung der Gottesmutter am 13. Juni 1917 in der Cova da Iria

Die Kinder waren voller Erwartung, hatte doch die Frau ihnen aufgetragen, am 13. jeden Monats in d1e Cova da Iria zu kommen. Zu ihnen gesellten sich einige Menschen aus dem Dorf, mit denen sie den Rosenkranz beteten. Dann sahen sie den "Blitz", ähnlich wie im Mai, auf sich zukommen, bis sie die Frau über der Steineiche erblickten. Lucia konnte es nicht erwarten, bis sie zu ihr sprach. "Was wünschen Sie von mir?" fragte sie die Frau. Lucia berichtete anschliessend ihren Eltern, dass die Frau ihr auftrug, lesen und schreiben zu lernen - ein Auftrag, der eher ungewöhnlich war für ein einfaches Dorfkind, war doch Lesen und Schreiben zu dieser Zeit, und erst recht in Aljustrel, eher ein Privileg der Wohlhabenden. Dann bat die Frau erneut um den täglichen Rosenkranz. "Ich möchte Sie bitten", sprach Lucia die Frau an, "uns in den Himmel mitzunehmen." "Ja", antwortete die Frau. "Jacinta und Francisco werde ich bald holen. Du bleibst noch einige Zeit hier. Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben. Er möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen. Wer sie annimmt, dem verspreche ich das Heil, und diese Seelen werden von Gott geliebt wie die Blumen, die von mir hingestellt sind, um seinen Thron zu schmücken."
Hier wird vorangekündigt, was die Gottesmutter bei der Erscheinung am 13. Juli versprechen und am 10. Dezember 1925 in Pontevedra einlösen wird. Wir kommen im zweiten Teil auf die Ereignisse in Pontevedra noch ausführlich zu sprechen.
Nach diesen Worten öffnete die Gottesmutter erneut die Hände, wie schon im Mai, und tauchte die Seherkinder in ein unermessliches Lichtermeer ein. Lucia schreibt: "Darin sahen wir uns wie in Gott versenkt. Jacinta und Francisco schienen in dem Teil des Lichtes zu stehen, der sich zum Himmel erhob, und ich in dem Teil, der sich über die Erde ergoss. Vor der rechten Handfläche Unserer Lieben Frau befand sich ein Herz, umgeben von Dornen, die es zu durchbohren schienen. Wir verstanden, dass dies das Unbefleckte Herz Mariens war, verletzt durch die Sünden der Menschheit, das Sühne wünscht."



Fatima 1917 - Politik im weltweiten Geschehen

Fatima 1917 - Politik im weltweiten Geschehen

Im Zentrum Portugals, circa 50 km vom Atlantischen Ozean entfernt, etwa 130 km nördlich von der Hauptstadt Lissabon, im Landkreis von Vila Nova de Ourem, liegt das Dorf Fatima.

Beide Ortsnamen, wie viele andere in Portugal, gehen auf die Zeit der Mauren zurück. (Wie bekannt, hiess die Tochter Mohameds, des grossen islamischen Propheten, «Fatima»). Heute nennt sich der gesamte Ort, der im noch weiteren Bereich der gleichnamigen Pfarrei liegt, Fatima.

Ungefähr einen Kilometer von Fatima entfernt liegt Aljustrel, ein kleiner Ortsteil der Pfarrei Fatima, in dem jene drei Hirtenkinder geboren wurden, denen Unsere Liebe Frau im Jahre 1917 erschienen ist. Etwas weiter westlich von Aljustrel, auf einem mit wenigen Olivenbäumen bewachsenen Hügel, erheben sich felsige Steine, genannt Loca do Cabeco; sie bezeichnen die Stelle, wo der ENGEL denselben Hirtenkindern 1916 zweimal erschienen ist. Zwei Kilometer weiter nach Westen liegt eine Mulde, wie es derart in der Gegend mehrere gibt, Cova da Iria genannt. Hier erschien Unsere Liebe Frau fünfmal den drei Hirtenkindern. Unweit der Loca do Cabeco, Valinhos genannt, bezeichnet eine Statue die Stelle, wo Unsere Liebe Frau am 19. August 1917 den drei Hirtenkindern erschienen ist.

Portugal, ein kleines Land auf der Iberischen Halbinsel, kaum 90.000 qkm gross, mit gut neuneinhalb Millionen Einwohnern, grenzt im Norden und Osten an Spanien; im Westen und Süden bildet der Atlantische Ozean seine Grenze. Anfänge der Unabhängigkeit Portugals gehen bis auf das Jahr 1139 zurück, als eine gewisse Befreiung von der Vorherrschaft der Mauren gelang. Als Volk der Seefahrer und Entdecker waren die Portugiesen unter den ersten Abenteurern, die die Meere und Ozeane überquerten, die bisher unbekannte Länder entdeckten und diesen den christlichen Glauben brachten. Leider verbreiteten sie auch das weniger Gute der europäischen Zivilisation in ihren Kolonien.

Im Jahre 1917, 7 Jahre nach dem Sturz des Königtums, befand sich die portugiesische Nation in einem hoffnungslosen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Zustand. Eine Regierung folgte der anderen; keine war fähig, die Probleme des Landes zu lösen; die Revolutionen häuften sich. Deshalb schwand das Vertrauen des Volkes in seine Regierung immer mehr dahin. Die Wirtschaft war völlig bankrott; die Truppen kämpften in Frankreich, und ausserdem in den Kolonien in Afrika. Die portugiesische Bevölkerung bestand grösstenteils aus einfachen Bauern, aus ehrlichen und anständigen Arbeitern, wenn sie auch arm waren. Zu all dem kam noch hinzu, dass von Seiten der Verantwortlichen der Hass gegen die Kirche und die Verfolgung gegen sie getrieben wurde. Der Staatschef Afonso Costa, der 1911 das Gesetz der totalen Trennung von Kirche und Staat durchsetzte, erklärte: «Dank diesem Gesetz wird es gelingen, in Portugal innerhalb zweier Generationen den Katholizismus vollständig auszurotten». Die Schulkinder liess man mit Spruchbändern durch die Strassen ziehen, auf denen zu lesen war: «Weder Gott noch Religion».



Vorbereitung der Kinder

"Habt keine Angst Ich bin der Engel des Friedens! Betet mit mir."

Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die nicht glauben, Dich nicht anbeten, nicht hoffen und Dich nicht lieben."

"Betet so! Die heiligsten Herzen Jesu und Mariens hören auf eure Bitten."

"Was macht ihr? Betet! Betet viel! Die heiligsten Herzen Jesu und Maria wollen euch Barmherzigkeit erweisen. Bringt dem Allerhöchsten ständig Gebete und Opfer dar! Bringt alles, was ihr könnt, GOTT als Opfer dar, als Akt der Wiedergutmachung für die Sünden, durch die Er verletzt wird, als Bitte für die Bekehrung der Sünder. Gewinnt so den Frieden für euer Vaterland. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem nehmt an und ertragt die Leiden, die der Herr euch schicken wird."


"Allerheiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und HI. Geist, ich opfere Dir auf den kostbaren Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus gegenwärtig in allen Tabernakeln der Well, zur Sühne für alle Schmähungen, Sakrilegien und Gleichgültigkeiten, durch welche Er selbst beleidigt wird. Durch die unendlichen Verdienste Seines Heiligsten Herzens und die des Unbefleckten Herzens Mariens erflehe ich von Dir die Bekehrung der armen Sünder."

„Nehmet hin den Leib und das Blut Jesu Christi, der die so undankbaren Menschen furchtbar beleidigt wird.“